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Über den Gewölben von St. Nikolai
(www.ostsee-zeitung.de vom 25. Juli 2008
- Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Redaktion)

"Was Sie heute erwartet? Vor allem Mühe und Staub." Mit diesen Worten begrüßte Bernd Bredenbeck, Vorstandsmitglied des Fördervereins St. Nikolai, Dienstagabend die gespannt wartende Besuchermenge vor der Kirche. In diesem Jahr fand die Führung "Über den Gewölben von St. Nikolai" bereits zum zehnten Mal statt.

"Es ist die einzige Gelegenheit, die Türme zu besichtigen und den Dachstuhl einschließlich der Gewölbe hautnah zu erleben", sagte Architekt Jasper Herrmann, der für die Sanierungsarbeiten in der Kirche zuständig ist. Dann führte er die große Gruppe durch die ansonsten verschlossenen Räume des gigantischen Gotteshauses.

Bei spärlicher Beleuchtung pilgerten mit ihm etwa 150 Kulturbegeisterte, darunter unverhofft viele Einheimische, die Stufen zum Südturm empor.

32 Meter über dem Straßenniveau der Altstadt führte er die Gäste durch beide Türme, über den Dachstuhl des Gebäudes und zum Mittelschiff. Die riesigen Querbalken, mit einem beachtlichen Einzelgewicht von mindestens 750 Kilogramm boten tolle Fotomotive. "Diese Kirche ist bereits die dritte an diesem Standort. Ihr Vorgänger wurde beim Stadtbrand von 1270 zerstört. Im selben Jahr begann man mit dem Neubau", berichtete Jasper Herrmann. Aber wann war sie fertig?

Die Antwort auf diese Frage sei schwierig. Denn nach der Fertigstellung eines Bauelements gehe das nächste fast schon wieder in die Brüche. "Alle 60 bis 70 Jahre muss mindestens etwas erneuert werden", erklärte Herrmann.

Kerstin Rudnick (42) gefiel der Rundgang. Aber: "Es ist schade, dass die Führung verkürzt werden musste. Das war bei der Menschenmenge allerdings auch nicht anders zu erwarten." Trotzdem habe der Architekt gut improvisieren können. Am meisten imponierte der Lehrerin die Leistung der Zimmerleute angesichts der schwindelerregenden Höhe. "Alles wurde mit der Hand vermessen und zugesägt. Dieses Bauwerk ist das Ergebnis jahrzehntelanger Handarbeit. Für die heutige Zeit kaum noch vorstellbar." Kirstin Gessert (47) ist Gästeführerin in der Hansestadt und hingerissen von der Architektur, die Jahrhunderte überdauern konnte. "Der Ausblick von den Emporen auf die mächtige Orgel, die Altäre und die mit kunstvollen Malereien verzierten Wände ist überwältigend." Sie bedankt sich vor allem bei dem Leiter der Gewölbeführung, dass die gesamte Gruppe trotz unerwartet hoher Personenzahl mit hinein gedurft hatte. Für alle Interessierten, die den Rundgang in diesem Jahr verpasst haben: Er findet jedes Jahr am vorletzten Dienstag im Juli statt.

THERESA GESSERT


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